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Avatar von Henry Konradt

Ich liebe es, Beiträge wie diesen zu lesen. Vielen Dank dafür, Verena.

Das zeigt mir immer wieder, dass wir als Gesellschaft auf dem richtigen Weg sind. Denn wir sind eine der ersten Generationen, die überhaupt die Möglichkeit haben, gesellschaftlich wirklich Veränderung herbeizuführen. Wir können mehr als nur im Einzelnen wirken, wir können im Kollektiv alte Systeme, Muster und Strukturen brechen, die früher die Kinder gebrochen haben.

Zum Thema: Wut ist in erster Linie ein Gefühl. Und Gefühle in jeder Form zu leben ist wichtig, um sich kennenzulernen, um sich abzugrenzen und um Grenzen nach außen zu setzen. Früher und leider heute auch noch oft, wurden „negative” Gefühle kleingemacht. Wut wurde bestraft und sanktioniert.

Aber wenn ich bedenke, dass Wut genauso wie Freude ein Gefühl ist, habe ich nie verstanden, warum Wut so negativ besetzt ist. Man sagt zu einem Kind „Hör auf zu heulen” aber sagt man auch „Hör auf zu lachen”?

Ich habe kurz überlegt, wie es bei mir in der Kindheit war. Ich war sehr gefühlvoll und konnte genauso tief glücklich mit mir alleine sein wie unglaublich wütend.

Aber zuhause wurde Wut nicht gelebt und auch nicht verstanden. Da herrschte Zucht und Ordnung. Ich schwor mir schon als 8-Jähriger, ich mache alles anders als meine Eltern, ohne wirklich zu verstehen, geschweige denn zu wissen, wie das gehen soll.

Eines fühlte ich dennoch: Gefühle sind die Essenz für Individualität und fürs Glücklichsein.

Bevor ich meine eigene Familie gegründet habe, habe ich in meinen unternehmerischen Tätigkeiten immer wieder Familienersatz gesucht und gefunden. Und ich konnte recht früh lernen, wie dieses Gefühl und die Vision nach sozialer Gerechtigkeit in einem Unternehmen, in Freundschaften und Peergroups immer wieder dieselben Muster bedient.

By the way: In meinem wöchentlichen DeepTalkLetter schreibe ich genau darüber, wie unternehmerisches Handeln in Einklang mit familiären und gesellschaftlichen Werten Hand in Hand gehen kann. Schaut einfach mal rein:

onoko.me/deeptalkletter

Heute, nach über 20 Jahren Selbstständigkeit und einer Familie mit 3 Kidz (4, 9, 16), bin ich stolz darauf, die Vision des 8-jährigen Henry noch heute leben zu dürfen.

In diesem Sinne: Lernt eure Wut zu lieben genauso wie eure Freude. Denn beides zusammen kann die Grundlage für ein glückliches und erfülltes Leben sein.​​​​​​​​​​​​​​​​

Avatar von Juli Rücker

...Wut ist viel Information in kurzer Zeit - so beschreibt es Leon Windscheid. Finde ihr schlagt da in eine ähnliche Kerbe.

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