28 Kommentare
Avatar von User
Avatar von Henry Konradt

Ich liebe es, Beiträge wie diesen zu lesen. Vielen Dank dafür, Verena.

Das zeigt mir immer wieder, dass wir als Gesellschaft auf dem richtigen Weg sind. Denn wir sind eine der ersten Generationen, die überhaupt die Möglichkeit haben, gesellschaftlich wirklich Veränderung herbeizuführen. Wir können mehr als nur im Einzelnen wirken, wir können im Kollektiv alte Systeme, Muster und Strukturen brechen, die früher die Kinder gebrochen haben.

Zum Thema: Wut ist in erster Linie ein Gefühl. Und Gefühle in jeder Form zu leben ist wichtig, um sich kennenzulernen, um sich abzugrenzen und um Grenzen nach außen zu setzen. Früher und leider heute auch noch oft, wurden „negative” Gefühle kleingemacht. Wut wurde bestraft und sanktioniert.

Aber wenn ich bedenke, dass Wut genauso wie Freude ein Gefühl ist, habe ich nie verstanden, warum Wut so negativ besetzt ist. Man sagt zu einem Kind „Hör auf zu heulen” aber sagt man auch „Hör auf zu lachen”?

Ich habe kurz überlegt, wie es bei mir in der Kindheit war. Ich war sehr gefühlvoll und konnte genauso tief glücklich mit mir alleine sein wie unglaublich wütend.

Aber zuhause wurde Wut nicht gelebt und auch nicht verstanden. Da herrschte Zucht und Ordnung. Ich schwor mir schon als 8-Jähriger, ich mache alles anders als meine Eltern, ohne wirklich zu verstehen, geschweige denn zu wissen, wie das gehen soll.

Eines fühlte ich dennoch: Gefühle sind die Essenz für Individualität und fürs Glücklichsein.

Bevor ich meine eigene Familie gegründet habe, habe ich in meinen unternehmerischen Tätigkeiten immer wieder Familienersatz gesucht und gefunden. Und ich konnte recht früh lernen, wie dieses Gefühl und die Vision nach sozialer Gerechtigkeit in einem Unternehmen, in Freundschaften und Peergroups immer wieder dieselben Muster bedient.

By the way: In meinem wöchentlichen DeepTalkLetter schreibe ich genau darüber, wie unternehmerisches Handeln in Einklang mit familiären und gesellschaftlichen Werten Hand in Hand gehen kann. Schaut einfach mal rein:

onoko.me/deeptalkletter

Heute, nach über 20 Jahren Selbstständigkeit und einer Familie mit 3 Kidz (4, 9, 16), bin ich stolz darauf, die Vision des 8-jährigen Henry noch heute leben zu dürfen.

In diesem Sinne: Lernt eure Wut zu lieben genauso wie eure Freude. Denn beides zusammen kann die Grundlage für ein glückliches und erfülltes Leben sein.​​​​​​​​​​​​​​​​

Avatar von Verena Möslinger

Vielen Dank für deinen wertvollen und ausführlichen Kommentar! 😊

Ja ich sehe sehr viele Dinge ähnlich. Und auch danke, dass du deine persönlichen Erfahrungen hier teilst. Ein offener Umgang und Zugang mit und zu unseren Gefühlen ist essentiell um etwas verändern zu können. 🪷

Avatar von Juli Rücker

...Wut ist viel Information in kurzer Zeit - so beschreibt es Leon Windscheid. Finde ihr schlagt da in eine ähnliche Kerbe.

Avatar von Leon8boy

Wer ist da

Avatar von Leon8boy

Hi

Avatar von DayNie

Jetzt muss ich noch was loswerden. Der Part hier:

„Schon erwähnt, aber Kinder lernen Selbstregulation erst durch Beziehung.“

Meinst du wir erwachsen können das? Oder ist Selbstregulation dann nur ein anderes Wort für Unterdrückung 🤔?

Gefühle entstehen ja immer erst in Beziehung zu etwas. Und deswegen glaube ich können wir Gefühle immer auch nur in Beziehung regulieren. Gesunde Regulation ist IMMER Co-Regulation. Selbst wenn der Beziehung Partner am Ende die leere Seite ist.

Avatar von Verena Möslinger

Ja absolut 😊

also ich verstehe unter Selbstregulation nicht das weg/unterdrücken sondern das im Fall von Wut zum Beispiel "regulierte/kontrollierte" ablassen, sich wieder in Balance bringen - sei es durch Atmung, gezielte Artikulation, oder von mir aus auch Mal ordentlich schütteln 🙂‍↔️ und sich nicht Reinsteigern, wie man es manchmal im Internet sieht, wenn Kinder diese "tantrums" haben

Avatar von DayNie
Apr 15Bearbeitet

Danke für deinen Beitrag! Das ist ein wichtiges Thema wie ich finde. Und zwar nicht nur für die Kids. Sondern auch für uns „Erwachsenen“.

So ne Situation wo mir das wieder klar geworden ist war erst Ostern. Familie war da und eben auch 2 Kids und auf einmal hat der eine angefangen zu weinen. Die Reaktion der Mama. „Ach schau mal da. Alles ist doch gut. Lach doch lieber wieder.“ mach dem Motto Wein doch nicht. Versuchen das Kind wieder happy zu machen ohne es ihn seiner Trauer zu Sehen. Das hat mich wiederum wütend gemacht. Natürlich hab ich meinen Mund gehalten weil das sonst das ganze Familientreffen bzw. den „Happy“ Moment etwas durchgerüttelt hätte…. Vielleicht hätt ich der Wut erlauben sollen da zu sein. Naja hat sich weiser angefühlt nix zu machen. Schließlich waren es nicht meine Kinder. Ab wann ist es in Ordnung solch eine Grenze zu überschreiten? Puh schwierige Frage 😮‍💨

Mir ist dabei klar geworden warum wir das so machen. Also das Negative Gefühl wegschieben. Ich bei mir und die Eltern in dem Fall bei dem kleinen. Weil es sozial nicht so akzeptiert ist und auch weil die Eltern eher die sind die nicht auf das Gefühl (in dem Fall die Trauer) klar kommen. Der kleine war einfach ein Spiegel. Also lernen die Kinds diese „negativen“ Gefühle runterzuschlucken. Fass auf und Deckel zu. Und dann fliegt einem alles im die Ohren wenn das Fass mal überläuft…

Wie du im letzten Satz sagst. Wir brauchen erstmal ne gute Beziehung zu uns selbst. Ich bin die letzten Jahre immer mehr lernen meine Wut zu umarmen. Und es tut gut, seiner Wut Raum zu geben. Vielleicht stoßt man auf Ablehung bei den falschen Leuten aber dafür kommt man in Einklang mit sich selbst. Hier ein kleiner Einblick.

https://wortlosvoll.substack.com/p/ich-bin-wutend-auf-dich-weil

Oder hier:

https://surfcamp.substack.com/p/im-auge-des-sturms-5?r=3uix0s&utm_medium=ios

Avatar von Verena Möslinger

Vielen Dank für deinen wertvollen Kommentar! In deine Artikel Werd ich bald Mal reinschmöckern, wie schön, dass sie nun auch hier gelandet sind 😊

Ja, tatsächlich ist das Thema "Familienbande" ein sehr schwieriges - ich würde es nicht wollen, dass sich z.b. einer meiner Brüder bei meinem Sohn einmischt. Ich wiederum mische mich nicht bei ihnen ein. Zumindest nicht "offensichtlich/frontal" im Nachgang an eine solche Situation, wenn wir "Erwachsenden" unter uns sind, kann es schon sein, dass ich das Thema anspreche und meine Sichtweise darlege.

Und bei groben Fahrlässigkeiten oder Ungerechtigkeiten werde ich auch etwas sagen (wenn man z.b. etwas ausschlaggebendes beobachtet hat, das sonst untergeht oder nicht auffällt)

Ansonsten bin ich tatsächlich jemand der eher meinen eigenen Frieden sucht und einfach geht. Familie hin oder her.

Avatar von DayNie
Apr 15Bearbeitet

Hmm I see. Bisschen nach dem Motto leben und leben lassen?

Ich finde halt damit fahren wir aber auch nicht ganz so weit. Vllt hat es die Mutter selber nie gelernt. Also mit der Trauer umzugehen. Und das wäre ihre Möglichkeit mal hinzuschauen wenn es einer mal ansprechen würde. Dann bin ich halt mal das arschloch xD Die ganzen negativen Emotionen wie Trauer und Wut wollen doch auch einfach nur gesehen werden. Und dann verschwinden sie eh wieder.

Achja, was ich noch loswerden will ist, dass ich es richtig chillig finde wie du auf mehrere Namen in deinem Artikel eingehst. Also andere creator.

Avatar von Verena Möslinger

Vielen Dank - es freut mich, dass das Anklang findet. Tatsächlich hat es sich diesmal einfach so ergeben und gut zusammengepasst. Und ich mache ja auch nur alle 2 Wochen Artikel, dementsprechend habe ich auch eine gewisse Zeit mit mit anderen Menschen auszutauschen und möchte auch andere Sichtweisen ein bisschen aufzeigen. Ich denke ich werde dass auch beibehalten.

Und zum Thema Trauer und wut - ja schwierig - also das ist ja alles auch sehr individuell und privat/persönlich - natürlich sollte man gewisse Themen auflösen oder anders beleuchten zu versuchen, nur ein anderes Familienmitglied wird nicht immer ernst genommen wenn es was sagt (aus eigener Erfahrung) - und es bringt hald dann auch nichts wenn man im Grunde weiß, dass eine Wand mehr Einsicht zeigen würde. 🙃

Avatar von Sven Beba

Liebe Verena, herzlichen Dank für den Gastauftritt in deinem wertvollen Artikel 🙏 Der Umgang mit Wut bei Kindern und die Begleitung durch Eltern als Co-Regulatoren und Vorbilder ist immer wieder ein großes Thema beim Eltern Mentoring und generell auch in dieser Gesellschaft, wo die meisten Erwachsenen in der eigenen Kindheit ihre Wut unterdrücken mussten und dann heute als Eltern die eigene Wut und als Spiegel die Wut der Kinder kaum aushalten. Umso wichtiger dass du das Thema aufgegriffen hast und sehr wertvolle Impulse und Aufklärung leistest 💚🐻

Avatar von Verena Möslinger

Oh ich wusste gar nicht, dass du auch hier bist! Wie schön 😊 Ich danke dir lieber Sven Beba. Für deinen Zuspruch, deine Einsichten und die wundervolle Arbeit die du machst. Du bestarkst ungemein und zeigst Möglichkeiten auf wieder in das eigene Vertrauen zu kommen - das ist so großartig und dafür bin ich unendlich dankbar 🪷

Und ich würde mich freuen auch hier bald von dir zu lesen

Avatar von Sven Beba

Ich bin hier wegen deinem Artikel gelandet, ich kannte das gar nicht 😊 mal sehen wann mich die Schreiblust küsst 💚🐻

Avatar von Eileen Yilmaz

Wie immer ein toller und wichtiger Artikel <3

Mein Sohn ist selten wirklich wütend, meist dann wenn Zucker im Spiel war oder ich selbst sehr gestresst bin. Seitdem ich Mama bin, gehe auch ich viel bewusster mit meiner Wut um (Durch mein ADHS bin ich selbst sehr impulsiv, sowohl positiv als auch negativ). Ich versuche ihm zu zeigen, dass es völlig ok ist wütend zu sein, aber es auch in der Wut regeln gibt, z.B. Wir dürfen uns zurückziehen, aber nicht weglaufen oder wir verletzen niemanden, aber wir dürfen sagen, dass wir wütend sind..

Avatar von Verena Möslinger

Vielen Dank für deinen lieben Kommentar und deine Erfahrung mit eurer Wut. Es ist ganz großartig, wie du mir deinem Sohn u.gehst und ihm zeigst, dass Gefühle in Ordnung sind und gefühlt werden dürfen - nur so lernen sie nichts zu unterdrücken und wir geben ihnen Möglichkeiten an die Hand sich zu wirklich wunderbaren, starken Menschen zu "erwachsen" 🪷

Avatar von Mash

Wow! Kinder sind bei mir nicht mehr das Thema - und die Enkel snd zu weit weg.

Aber das was Du über Wut geschrieben hast ist ein super-Ansatz, den auch alte Säcke wie ich oder meine Mitmenschen gebrauchen können.

Danke für Deine Mühe und die Anregungen

Avatar von Verena Möslinger

Vielen Dank für deinen lieben Kommentar 🪷 es freut mich, wenn es du es als "Universal"hilfreich empfindest 🙃

Avatar von Michaela Gersdorf

Danke für diesen fundierten Artikel.

Avatar von Verena Möslinger

Vielen Dank 🪷 und sehr gern!

Wie erlebst du Wut?

Avatar von Michaela Gersdorf

In mir z. B. als pure Lebenskraft, die mich in Abstand bringt zu belastenden Dingen und Beziehungen und mich in die Handlung führt, um mich aus belastenden Situationen zu befreien. Sie ist im positiven Sinne ein ziemlicher Motor, ähnlich wie auch Angst uns in Gang bringen kann, etwas zu verändern.

Avatar von Verena Möslinger

Es ist wirklich wunderbar, dass du so einen tollen Zugang zu deiner Wut hast. 🪷

Angst finde ich sehr schwierig, da sie auch oft lähmen kann (wenn man eben nicht mit ihr umgehen kann), erstarrt oder sie oft auch ein schlechter Ratgeber ist. Aber nichtsdestotrotz denke ich es ist Wahrheit in deiner Aussage - man sollte eben damit umgehen lernen

Avatar von Sabrina

Danke für das Thematisieren ! Wir sind auch unterschiedliche Kraftwerke und Kanäle für Energien - Wut ist Lebensentfaltungsflusskraft - auch sehr zart wie eine Blüte sich öffnet oder eine Libelle ihre Flügel entfaltet - psst - Lautstärke ist relativ in einer Welt in der alles laut ist. Wut ist die Wurzelkraft verbunden im Frieden mit die oder unterbunden und unverstanden seines eigenen Wesens gegenüber - Sie sagt vor allem eins ! Kraft des Lebens SCHAU MICH AN !

Avatar von Verena Möslinger

Vielen Dank für deine Einschätzung 🪷

Ja absolut - es gibt natürlich auch verschiedene Temperamente, Energietypen und so weiter. Da bin ich aber nicht so tief drin, deswegen wollte ich das nicht thematisierten - das Thema ist sehr individuell, aber es gibt eben ein paar Punkt die verstärkend wirken können und mir denen wir uns auseinander setzten sollten 😊

Avatar von Sabrina

Ich habe mich damit tief auseinandergesetzt- wegen dem was in der Welt los ist und wie wir mit Wut umgehen könnten, wenn sie in uns nicht als Böse behauptet wird. Es gibt verschiedene Varianten wie ich es ausgedrückt habe. Weil ich wütend war und es an einem selbst liegt was man mit der Wut macht.

§ 4.1 Die Energetische Haushalts- und Biosphärenbilanz

Wut wird innerhalb des CWG als das objektive Alarmsignal des internen Rechnungswesens und der neurobiologischen Homöostase definiert. Sie tritt zwingend ein, wenn die äußere Anforderung die tägliche Regenerations-Rate (die Tageszinsen / die Photosynthese) überschreitet und stattdessen das Stammkapital der Existenz (die Lebenssubstanz / die Wurzelmasse) angreift. Wut ist die Anzeige des beginnenden systemischen Raubbaus: Das Leben weigert sich hierbei, seine eigene Substanz zur Aufrechterhaltung dysfunktionaler Prozesse zu verbrennen.

§ 4.2 Verbot der energetischen Insolvenz- und Degradationsverschleppung

• Die Meldepflicht: Das Empfinden von Wut ist als amtliche Meldung einer bilanziellen und ökologischen Schieflage zu werten. Die Missachtung dieser Bilanz durch das Außen (Arbeitgeber/System) wird als systemischer Übergriff und als vorsätzliche Zerstörung des Lebensgartens eingestuft.

• Die Transmutation (Sicherungskapital-Klausel): Die aus der Fehlbilanz resultierende elektrische Spannung (Wut) darf nicht im eigenen Gewebe gespeichert werden (Gefahr der inneren Kernschmelze/Burnout). Sie muss unmittelbar in strukturgebende Sicherungsmaßnahmen investiert werden.

• Beispiel: Die Erstellung von Risikomanagement-Konzepten (Safewards) ist die Umwandlung von Raubbau-Energie in Sicherungskapital.

• Liquidation dysfunktionaler Posten: Wenn eine ausgeglichene Haushaltsbilanz am aktuellen Ort dauerhaft nicht mehr darstellbar ist, gebietet das CWG die sofortige energetische Abwicklung (Kündigung/Rückzug). Dies ist kein emotionaler Akt, sondern eine notwendige Sanierungsmaßnahme zur Erhaltung der biologischen Kernsubstanz (Migration aus einem toten Habitat).

Avatar von Verena Möslinger

Oh wow, vielen Dank fürs teilen, das ist durchaus sehr spannend und erhellend!

Das sind wirklich sehr wichtige Punkte die du beschreibst 🪷

Avatar von Leon8boy

Wer kennt eine wohngruppe für Jungs kinder mit 9 Jahre und adhs ?